Behandlung

Allgemeine Informationen

Wichtige Voraussetzung für die medikamentöse Therapie einer viralen Hepatitis bei Drogenkonsumierenden ist ein an die Bedürfnisse angepasstes Behandlungssetting, idealerweise am selben Ort wie die suchtmedizinische Behandlung. So können Unterbrüche oder vorzeitige Abbrüche der Therapie verhindert werden. Stationäre Entzugsbehandlungen längere Aufenthalts in einer Institution – auch im Rahmen eines Strafvollzugs – bieten häufig eine gute Gelegenheit für eine antivirale Therapie.

Chronische Hepatitis C

Hepatitis C ist die häufigste chronische Erkrankung von Drogenkonsumierenden. Durch Leberschäden bedingte Todesfälle nehmen bei Drogenkonsumierenden zu. Dabei spielt die Hepatitis-C-Erkrankung eine wichtige Rolle. Eine konsequente Information und Abklärung aller Hepatitis-C-positiven Drogenkonsumierenden bezüglich einer ­Therapie ist unabdingbar.

In Westeuropa treten vier Hepatitis-C-Virus-Untergruppen auf (Genotyp 1 bis 4). Die Art der Untergruppe hat nebst dem Vorliegen einer Leberzirrhose einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg einer Behandlung und spielt bei der Wahl des Behandlungsschemas eine wichtige Rolle. Die Erfolgsrate einer modernen, interferonfreien Therapie liegt bei über 90%, bei Genotyp 3 etwas tiefer.

Indikationen

Für jeden Patienten mit einer chronischen Hepatitis C sollte eine antivirale Therapie erwogen werden. Priorisiert behandelt werden sollten Patienten mit einem bereits vorhandenen Leberschaden (Fibrosegrad 2 und höher), mit Leber-unabhängigen Symptomen (sog. extraphepatische Manifestationen, starke Müdigkeit etc.) sowie mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko.

Medikamentöse Therapie

Aufgrund der hohen Dynamik in der Medikamentenentwicklung im Bereich Hepatitis C ändern die Empfehlungen bezüglich Kombination und Therapiedauer laufend. Es wird daher hier auf die Schweizerischen und Europäischen Behandlungsrichtlinien verwiesen:

Die Therapiedauer beträgt im Schnitt 12 Wochen. Die Medikamente sind einfach einzunehmen und in aller Regel gut verträglich. Im Vergleich zu früheren Therapien weisen sie deutlich weniger Nebenwirkungen auf. Die Kosten für die Behandlung werden, unabhängig von Krankheitsfortschritt und Virustyp von der obligatorischen Grundversicherung übernommen.